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Der gute alte Gipsverband geht in Rente

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Wer an einen Knochenbruch denkt, hat sofort das Bild eines großen, weißen Gipsverbandes im Kopf. Wer kennt nicht die Filmszenen, in denen Personen völlig im Gips eingewickelt im Bett liegen. Während langer Zeit war dies die klassische Methode, um die Knochenheilung voranzutreiben. Heute werden immer weniger Gipsverbände gebraucht, andere Heilungsprozesse haben mehr Vorteile und setzen sich immer stärker durch. Dieser Trend wird weiter anhalten.

Die Operation als Alternative

Während es früher die einzige Möglichkeit war, den Bruch zu heilen indem man den Knochen sechs oder gar acht Wochen steif im Gips hielt und wartete, bis er wieder zusammengewachsen ist, werden Brüche heute immer öfters operiert. Beim guten alten Gipsverband wird der ganze Bereich stillgelegt. Die ungebrauchten Muskeln bilden sich zurück und die Sehnen verkleben. Nach dem Entfernen des Gipses muss man zunächst einen langen Aufbau machen, um denselben Stand wie vor dem Eingriff zu erreichen. Auch die Gelenke können nicht bewegt werden, dadurch steigt das Risiko von Thrombosen und Embolien. Gerade für ältere Personen ein erheblicher Nachteil. Daneben leidet auch die Haut, die an dieser Stelle fast keine Luft bekommt.

Durch den Fortschritt in der Medizin wird der Knochen heute oft innerhalb des Körpers mittels Schrauben und Nägel an Platten fixiert, um die Heilung möglichst schnell voranzutreiben. Der Gips wird dadurch überflüssig. Großer Vorteil von Operationen ist, dass die gebrochene Stelle schon sehr bald nach dem Eingriff wieder einer Teilbelastung standhält. Dadurch können die umliegenden Muskeln und Gelenke schon früh wieder bewegt werden. Wird der Bruch mit einer Operation behandelt, kann der Patient schon im Heilungsprozess gewisse Übungen ausführen und zum Beispiel die Physiotherapie besuchen. Dadurch werden die Gelenkte beweglich gehalten, die Sehnen bewegt und die Muskeln trainiert, so dass sie sich nicht zurück bilden.
Je nach Ort und Schwere des Bruchs bekommt der Patient einen sogenannten Walker. Diesen kann man als den modernen Gips verstehen. Es handelt sich um eine Art Stiefel, bestehend aus einer harten Schale, die man wie einen Schuh ausziehen kann. Neben allen Vorteilen hat das natürlich auch Nachteile. Der Patient trägt eine große Mitverantwortung und der Arzt ist darauf angewiesen, dass er sich an die Abmachungen hält und den Walker wie besprochen trägt.

Sehen wir in Zukunft keine Gipsverbände mehr?

Doch. Trotz seiner Nachteile gibt es immer noch Situationen, in denen ein Gipsverband die bessere Lösung ist. Zum Beispiel bei der Behandlung von Kindern. Deren Knochen heilen generell schneller, sie müssen den Gips weniger lange tragen und es kann von einer Operation abgesehen werden. Daneben wird der Gips auch immer dann zum Einsatz kommen, wenn der Patient die Nötige Mitarbeit und Eigenverantwortung, die es für die Behandlung mittels Walker braucht, nicht aufbringen kann oder will. Hier kommt der Gips zum Einsatz, damit die Knochenheilung nicht unnötig gefährdet wird.

Ein weiteres Argument zu Gunsten des Gipsverbandes ist, dass er erheblich günstiger ist, als ein Walker. Dieser kostet oft mehrere Tausend Euro, während ein Gipsverband für sehr wenig Geld angefertigt werden kann.
Trotzdem werden wir uns in Zukunft vom klassischen Bild des dicken, weißen Beines und der Krücken verabschieden müssen, allzu schwer sollte das ja nicht fallen.

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